Wissen: Totalitarismus & Medien

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Kommunikation ist Macht

Kommunikation ist mächtiger als viele annehmen. Auch die von den Massenmedien erzeugte und publizierte Kommunikation bedeutet Macht. Sie "leitet" und lenkt letztendlich die gesamte Politik im Lande über den sozialen Einfluss. Daher spricht man auch von sogenannten "Leitmedien".

 

Sofern die Macher der besagten Medien Sympathien für eine bestimmte politische Denk- und/oder Marschrichtung oder eine bestimmte Ideologie hegen würden - oder die Medien einer bestimmten Denk- und/oder Marschrichtung folgen würden, politisch unterwandert wären oder gar der Politik bzw. dem Staate zu Diensten sind, entsteht automatisch gewollter oder ungewollter bzw. bewusster oder unbewusster Totalitarismus.

 

Sofern nach dem Erkennen derartiger Strukturen, Sympathien und etwaiger Verflechtungen nicht entsprechend gegengesteuert wird, entsteht daraus automatisch - und unabhängig von der offiziellen Staatsform - automatisch ein sogenanntes "Totalitäres System", aus dem sich letztendlich eine Diktatur (z.B. politische Diktatur, ideologische Diktatur, Medien-Diktatur, Gesinnungsdiktatur etc.) herausbildet. Dies wäre bereits der Fall wenn die sogenannten Leitmedien nach dem Prinzip "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" verfahren würden. Dies würde dann vorliegen, wenn es Verflechtungen zwischen Politik, Staat und Medien geben würde oder wenn sich eine Regierung die Loyalität der Medien erkaufen würde z.B. über Subventionen, Zuschüsse, Fördermittel oder gar Finanzierungen.

Besonders kritisch wie tragisch wäre es, wenn die Medien einer Regierung gar gehören würden oder wenn die Politik Anteile an den Medien besäße. Bestrebungen gegen Recht und Demokratie wären dann besonders offensichtlich. Denn bei derartigen Verflechtungen würden solche Medien dann natürlich automatisch im Sinne der jeweils gewünschten politischen Marschrichtung oder gar im Sinne der Regierung berichten. Dies wäre fatal. Zudem würde es dann keine Vielfalt mehr geben.

Dies wäre ebenfalls der Fall, wenn Politiker in den Aufsichtsgremien der Medien sitzen würden oder wenn Journalisten sich aus eigenen Motiven heraus zu einer bestimmten Partei bekennen würden. Ein totalitäres System wäre dann allein aufgrund der Motive der Meinungsmacher quasi vorprogrammiert. Daher ist es wichtig, dass demokratische Rechtsstaaten derartige unlautere Bestrebungen bereits vom Ansatz her vermeiden und die Rezipienten entsprechend aufklären. Ein Unterlassen einer entsprechenden Aufklärung wäre dann ein Betrug, wenn etwaige Verflechtungen bekannt sind. Sofern die Regierung oder eine Partei gar im Besitz eines Medienhauses oder eines Verlages wäre, wäre dies ein enormer Skandal von höchster Tragweite. Daher ist die Unabhängigkeit der Medien das höchste Gut eines demokratischen Rechtsstaates.

      

Auf die Kommunikation in Organisationen (z.B. Unternehmen) trifft das gleiche Prinzip zu. Stets geht es darum, wer die Kommunikations-Hoheit hat. Nicht die Qualität entscheidet über die Wirksamkeit, sondern die Häufigkeit, die Gegenwärtigkeit (ggf. Permanenz) sowie die Intensität der entsprechenden Kommunikation. Aufgrund der Kommunikations-Unfreudigkeit einiger Führungskräfte wird das Image und die innerbetriebliche Motivation nicht selten von Kommunikatoren bestimmt, die aus Sicht der Unternehmensführung eher eine untergeordnete oder beiläufige Rolle innehaben, sich aber wichtig nehmen oder einfach nur gerne kommunizieren (z.B. Chef-Sekretärin, Telefonistin, Kassierer). Viele sind sich dessen überhaupt nicht bewusst. Vielleicht hilft ein wenig Aufklärung auf die Sprünge:     

Totalitarismus - totalitär

 Der Begriff "totalitär" kommt aus dem Lateinischen von "totus", was so viel bedeutet wie "ganz" bzw. "vollständig". Unter einem totalitären Staat (oder einer totalitären Organisation) versteht man eine (politische) Herrschaft, bei der die Menschen weitestgehend bis vollständig dem staatlichen (oder organisatorischem) System unterworfen sind.

Selbst wenn ein totalitäres System sich mit dem Schein einer vermeintlichen "Demokratie" schmücken sollte, handelt es sich letztendlich um eine Form der Diktatur, also um eine Zwangsherrschaft ohne wirkliche Demokratie, bei dem das Volk (oder die Mitarbeiter) in seinen / ihren  Freiheiten in einer gewissen Art und Weise eingeschränkt wird / werden.

Meinungsfreiheit

Ein typisches Indiz für ein totalitäres System ist die Einschränkung der Meinungsfreiheit bzw. des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Rede- und Denkverbote im Sinne einer von oben vorgegebenen „politischen Korrektheit“, gehen oft mit Sperrung und Löschung unbequemer Medieninhalte sowie mit einer regelrechten Sprachreinigung und der Implementierung bestimmter Sprachbegriffe einher, die sich im Gehirn festsetzen, Frames setzen und das Denken und Handeln der Bevölkerung (der Mitarbeiter) lenken sollen, während (politisch) Andersdenkende als solche etikettiert, als unsympathisch dargestellt, diskreditiert, diskriminiert oder (in extremen Systemen) gemobbt und angefeindet werden. Bestimmte Meinungen gelten in totalitären Systemen als zulässig, andere hingegen als unzulässig. In extremen Diktaturen und Schreckens-Regimen werden "falsche" oder unbequeme "Meinungen" sogar getilgt und Andersdenkende wie Kritiker sogar bestraft.

Wahrheits- und Meinungskontrolle

Ziel der Meinungskontrolle ist die Implementierung der eigenen „politisch korrekten“ „Wahrheit" einer Elite - auch um ein etwaiges Aufbegehren der Bevölkerung zu verhindern oder zu unterdrücken. In diesem Zusammenhang ist ein totalitäres System bestrebt, Einfluss auf die Medien (z.B. Zeitungen und Fernsehen) zu nehmen und kritische Berichterstattungen einer Zensur zu unterziehen. Kritische Medienberichte oder Kommentare werden nicht veröffentlicht, beschnitten oder gelöscht. Kritiker, die sich dennoch zu Worte melden, werden diffamiert (z.B.  über "Storytelling", das Erzeugen eines bestimmten Images, welches in der allgemeinen gesellschaftlichen Wahrnehmung als verpönt gilt oder geächtet ist) und/oder ausgrenzt. 

Die Macht der Medien

Die einfache Regel: Wer die Leitmedien bzw. die anerkannten oder populären Massenmedien kontrolliert, macht die eigentliche Politik - und lenkt die Macht im Staate. Die Politik wird und muss sich dem aufgrund des massiven sozialen Einflusses (siehe Sozialpsychologie) fügen. Die Medien entscheiden folglich darüber, was die Bürger wissen, glauben und denken sollen, allein bereits dadurch, dass (auch ohne eine vollendete Diktatur) stets eine Lenkung der Aufmerksamkeit in die von den jeweiligen Medienvertretern gewünschte politische Richtung erfolgt. Sofern der überwiegende Anteil der Medienmacher eine einheitliche oder ähnliche politische Meinung haben sollte, manifestiert sich diese Meinung automatisch in der Politik, während anderer Wahrnehmungen und Meinungen dann automatisch auf Ablehnung stoßen.

Aufmerksamkeit, selektive Wahrnehmung & sozialer Einfluss

Die einfache Regel: Wer die Leitmedien bzw. die anerkannten oder populären Massenmedien kontrolliert, macht die eigentliche Politik - und lenkt die Macht im Staate. Die Politik wird und muss sich dem aufgrund des massiven sozialen Einflusses (siehe Sozialpsychologie) fügen. Die Medien entscheiden folglich darüber, was die Bürger wissen, glauben und denken sollen, allein bereits dadurch, dass (auch ohne eine vollendete Diktatur) stets eine Lenkung der Aufmerksamkeit in die von den jeweiligen Medienvertretern gewünschte politische Richtung erfolgt. Sofern der überwiegende Anteil der Medienmacher eine einheitliche oder ähnliche politische Meinung haben sollte, manifestiert sich diese Meinung automatisch in der Politik, während anderer Wahrnehmungen und Meinungen dann automatisch auf Ablehnung stoßen. Diese Aufmerksamkeit kann durch Fokussierung noch verstärkt werden. Unbequeme Informationen werden einfach weggelassen, verzerrt oder nur ausschnittsweise oder zu günstigen Zeitpunkten wiedergegeben oder einfach komplett herumgedreht (sogenannte "Umkehr"). Die damit erzielte selektive Wahrnehmung entscheidet letztendlich darüber, was der Rezipient glaubt und denkt -  und wie er sich (z.B. im Hinblick auf Wahlen) entscheidet.

 

Eine gefährliche Partei oder ein gefährliches Parteien-System braucht folglich nur die gewünschte selektive Wahrnehmung erzeugen und erreicht dadurch, dass sie selbst dann gewählt wird, wenn sie Böses im Sinn hat. Selektive Wahrnehmung entscheidet ebenso darüber, dass eine mögliche bessere Alternative (z.B. eine Opposition, die ggf. Gutes und die Bekämpfung  des Bösen im Sinn hat) nicht gewählt und sogar bekämpft wird. Der Intellekt der Bürger spielt - wenn auch relevant - hier jedoch nur eine eher zweitklassige Rolle. Denken basiert auf eingehenden Informationen und deren Verarbeitung. Was wir denken, wird durch die (ggf. im totalitaristischem Sinne ausgesuchten / selektiven) eingehenden Informationen bestimmt - und dann natürlich auch durch den sozialen Einfluss (über Lernen, beobachten und nachahmen, was andere tun, Vorbilder, Autoritäten und vermeintliche Autoritäten, pluralistische Ignoranz / Bystander-Effect etc.)

Mediale Desinformation

Extreme Diktaturen arbeiten mit Desinformation der Bürger. Desinformation bezeichnet die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, wobei die Motivation der Desinformation in der bewussten Beeinflussung der öffentlichen Meinung zur Erreichung eines bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Zieles liegt. Desinformation kann direkt über Lügen zum Zwecke des Selbstschutzes oder des Betrug erfolgen oder indirekt dadurch, dass objektive überprüfbare Fakten unterdrückt, verschwiegen oder verzerrt werden, in einen anderen Kontext gesetzt werden oder eine gezielte Ablenkung von der Wahrheit und den eigentlich relevanten vorliegenden Fakten erfolgt. 

Kommunikative Irreführung

In gewaltigen exzessiven totalitären Systemen werden die Bürger gezielt in die Irre geführt. Alternativ führen sie sich über den sozialen Einfluss letztendlich selbst in die Irre. Ziel der Irreführung ist die Erreichung einer ganz bestimmten bzw. falschen Wahrnehmung und einer daraus resultierenden gewünschten falschen Urteilsfindung, was man auch als bewusste Irreführung bezeichnen kann, zumindest wenn der Urheber, Verbreiter oder Unterdrücker bestimmter Informationen kennt und weiß, was er tut. Obgleich zumeist betrügerische Absichten als Motiv vorhanden sind, lässt sich kommunikative Irreführung nur selten bis gar nicht als Betrug beweisen bzw. ahnden. Zumeist geschieht eine solche Irreführung sehr subtil.

Bereits ein Weglassen von Einzelinformationen oder Zusammenhängen stellt im besagten Kontext eine kommunikative bzw. zumeist politisch motivierte mediale Manipulation zur Irreführung dar. Bereits eine bestimmte Überschrift über einem Artikel kann bzw. soll den Rezipienten in die Irre führen. Genutzt wird dies ganz gezielt unter anderem im Viralmarketing und in der Berichterstattung der aktuellen politisch motivierten deutschen System-Medien die zusätzlich Techniken der Gehirnprogrammierung nutzen.

Ausgrenzung & Bekämpfung möglicher Oppositionen

In einem totalitären Regime kommt es zur Stigmatisierung und Diskreditierung sowie zur Ausgrenzung und ggf. Bekämpfung möglicher Oppositionen. Derartige Gruppierungen, die sich gegen das totalitäre Regime richten, gelten als größter Feind einer echten (vollkommenen) Diktatur. In extremen totalitären Schreckens-Systemen kommt es sogar zur Verhaftung und ggf. zur Ermordung von Kritikern und Oppositionellen. Aber auch in annähernd totalitaristischen Systemen haben Totalitäre ganz konkrete Vorstellungen, wie mit ihren politischen Gegnern zu verfahren ist: Etikettierung, Stigmatisierung, Diskreditierung, Diffamierung, Abgrenzung, Ausgrenzung, Ächtung, Löschung, Kündigung, Strafverfolgung etc. 

Toleranz & Akzeptanz

Ein probates Mittel zur Erreichung einer Toleranz oder Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber totalitären bzw. totalitaristischen Systemen und deren Handlungen ist die Verwendung bestimmter Floskeln im Sinne des Primings und das Erzeugen von Involvement. Ein weiteres Mittel ist die bewusste Herbeiführung von Krisen, die dazu dienen sollen, das Volk bei Entscheidungen zu übergehen, in eine bestimmte politisch gewünschten Ziel-Richtung zusammenzuschweißen oder auseinander zu dividieren - oder gar nicht erst vor die Wahl zu stellen. Zugleich sind "Toleranz" und "Akzeptanz" Begriffe, die zusammen mit ihren Ableitungen "tolerant", "tolerieren" und "akzeptieren" bei rhetorisch bewanderten Menschen hinsichtlich der dahinter stehenden Absichten die Alarmglocken läuten lässt. Der Laie wird darin jedoch das Gegenteil sehen. 

Stärkung der Macht

Ebenso wie die Kontrolle der Medien gilt die Stärkung der Staatsmacht als generelles Ideal eines totalitären Systems. Daher arbeiten totalitäre Systeme an Veränderungen im Hinblick auf vollständige Machtübernahme (ohne Gewaltenteilung). Üblicherweise soll eine solche Gewaltenteilung in demokratischen Staaten dafür sorgen,

dass die Staatsmacht nicht zu einseitig verteilt ist. Eine Stärkung der Macht lässt sich sehr gut durch Schaffung übergeordneter Strukturen erzielen, an die eigene Macht vermeintlich abgegeben und die Moral der Unschuld erzeugt wird.

Begriffs-Entstehung & Rahmen

Erstmals verwendete der italienische Politiker und Staatskritiker Giovanni Amendola den Begriff "totalitär" in einem politischen Zusammenhang, als er den Faschismus in Italien unter Benito Mussolini als "totalitäres System" bezeichnete. Die Faschisten gebrauchten den Begriff schließlich selbst und legten ihn positiv in ihrem Sinne aus.

 

In einem totalitären Staat muss nicht zwingend ein Einzelner bzw. ein sogenannter "Diktator" oder "Tyrann" an der Spitze stehen: Totale, totalitäre oder totalitaristische Macht kann auch von einer politischen oder wirtschaftlichen Gruppierung, einer Partei, mehreren Parteien, die sich einig sind, einem Bündnis, einem Geheimbund oder den Medien selbst ausgehen, sogar von Teilen der Gesellschaft, die eine bestimmte gesellschaftliche Klasse bilden, die man zum Beispiel als "Elite" bezeichnet und die sich selbst als "Elite" erachten, von deren Überzeugungen oder Ideologien ausgeht, was angeblich "richtig" und was "falsch" ist. 

Beispiele totalitärer Systeme in der Literatur

In der Literatur beschäftigen sich umfangreiche Autoren und Werke mit dem Thema. Vier von ihnen sollen hier Erwähnung finden: Das wohl bekannteste Werk ist der dystopische Roman "1984" von George Orwell (eigentlich Eric Arthur Blair), in dem ein totalitärer Überwachungsstaat im Jahre 1984 dargestellt wird. Protagonist der Handlung ist Winston Smith, ein einfaches Mitglied der diktatorisch herrschenden Staatspartei, der sich der allgegenwärtigen Überwachung zum Trotz seine Privatsphäre sichern will und etwas über die reale nicht redigierte Vergangenheit erfahren möchte, wodurch er in Konflikt mit dem System gerät, das ihn einer Gehirnwäsche unterzieht.

Ähnlich ist der ebenfalls dystopische Spielfilm "Brazil" mit Elementen der Groteske und Schwarzen Komödie aus dem Jahr 1985 von Terry Gilliam, der Regie führte und gemeinsam mit Tom Stoppard und Charles McKeown das Drehbuch schrieb. Der Film wurde in Deutschland erstmals im Februar 1985 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt. Protagonist ist Sam Lowry, ein kleiner Angestellter im Archiv der Abteilung für Informationwiederbeschaffung des allmächtigen „Informationsministeriums“ (Ministry of Information – M.O.I.) in einer düsteren, bürokratisierten und technisierten Welt. 

Durch einen Druckfehler kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung, indem anstatt eines als „Terroristen“ gesuchten freischaffenden Heizungsinstallateurs namens "Tuttle" (gespielt von Robert de Niro in einer Nebenrolle) , der sich dem alles beherrschenden Bürokratieapparat dieser Gesellschaft entzieht, ein unbescholtener Familienvater namens Buttle verhaftet und zu Tode gefoltert wird. Sam Lowry wird nachfolgend die bürokratische Nachbearbeitung dieses Irrtums aufgetragen.

 

Ein weiteres weltberühmtes Werk ist Edgar Allan Poe´s "The System of Doctor Tarr and Professor Fether", in dem die Irren die Irrenanstalt übernommen haben, was der Autor in der Rolle eines Besuchers gar nicht merkt. Der geht nämlich davon aus, er unterhielte sich mit dem Anstaltspersonal bzw. mit hoch eloquenten Fachärzten für Psychiatrie. Doch diese wurden von den Irren, denen im Sinne eines neuen toleranten Behandlungskonzepts viele Freiheiten zugebilligt wurden, im Zuge einer Revolte von den Irren überwältigt, geteert und gefedert und eingekerkert.

 

Erwähnung finden sollte ebenfalls JK Rowlings diesbezüglich vortrefflich anschaulicher famoser Phantasie-Roman "Harry Potter" (Siehe u.a. "Der Orden des Phönix"). JK Rowling beschreibt dort letztendlich, wie eine Diktatur mit allem, was dazu gehört, entsteht, über die System-Medien implementiert, gestärkt und aufrechterhalten und vom Widerstand aus dem Untergrund heraus bekämpft - und letztendlich besiegt - wird. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, der sich über die gesamte Kindheit des Protagonisten Harry Potter hin zieht. 

Meinungsbildung & Meinungs-Duldung

Totalitäre oder totalitaristische Systeme involvieren sich in die Meinungsbildung der Bürger, aber gerne auch in andere Länder, Nationen und Systeme, die sie kritisieren, zu etwas drängen, nötigen und ggf. Druck ausüben. Andere politische Meinungen, Werte oder Ansichten werden von Totalitären nicht geduldet. Ein totalitäres System ist bestrebt, möglichst sämtliche Bereiche des Lebens unter Kontrolle zu bekommen und unter Kontrolle zu halten. Das bezieht sich z.B. auf das Familienleben (z.B. Kontrolle durch eine spezielle Behörde), die Freizeitgestaltung (z.B. "Jungvolk" oder "Hitlerjugend"), das Gesundheitswesen (z.B. Rauchverbot, Zulassung bestimmter Medikamente und Behandlungsmethoden) sowie den Einfluss im Hinblick auf die Berufsausübung (z.B. Vorschrift bestimmter beruflicher Qualifikationen oder gar Berufsverbot).

Legenden, Wortgebilde, Stereotype, Schein-Logik

Zum Zwecke einer (vermeintlich logischen) Erklärung totalitaristischer Handlungen werden sogenannte Legenden implementiert und eine "Schein-Logik" erzeugt. Ebenso wird die Kommunikation gelenkt z.B. über Neu- und Umdefinierung von Wörtern sowie über die Nutzung sowie Neu- und Umbildung von Stereotype, die sich in den Köpfen festigen und hier über stereotype Kopplungen im Gehirn weiter wirken. Hinzu kommen viele weitere Wahrnehmungsfehler und Effekte, die u.a. auch sehr manipulativ eingesetzt werden, z.B. um Beurteilungen zu verfälschen oder Entscheidungen zu lenken. Einige von ihnen haben eine derart starke Wirkung im Gehirn, dass Sie alle Beobachtungen und Wahrnehmungen, deren Encodierung (Entschlüsselung) und Interpretation im Gehirn sowie die daraus resultierenden Bewertungen und Entscheidungen maßgeblich beeinflussen - bei einigen Effekten sogar mit teilweise absoluter Wahrscheinlichkeit.

Ideologien

Totalitären Systeme liegen bestimmte Ideen und Überzeugungen zugrunde z.B. eine bestimmte Weltsicht oder ein bestimmtes Menschenbild. Derartige Ideen und Überzeugungen nennt man Ideologien. Ideologien können auch auf einer - von einzelnen Menschen oder von einzelnen Gruppen stammenden - überwertigen fixen Idee oder - im schlimmsten Fall - auf einer Form des Wahns (siehe "Wahn" / Psychiatrie) basieren (z.B. Rassen-Wahn, Allmachts-Denken, Vorstellung von einer "Heilen Welt" usw.). In totalitären Systemen werden die entsprechend gefahrenen Ideologien stets als das einzig (moralisch) Richtige verkauft. Das Gegenteil zu vertreten wäre angeblich (bösartige) Ketzerei, Zersetzung etc. 

Totalitäre Persönlichkeiten

Nicht selten besteht bei totalitär denkenden und handelnden Menschen ein psychologischer Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen, die dem Fachgebiet der Psychiatrie zuzuordnen sind. Nicht wenige Diktatoren bzw. Totalitäre waren Psychopathen, die letztendlich lediglich ihre Psychopathie oder andere Formen von Persönlichkeitsstörungen oder gar psychischen Erkrankungen (z.B. Schizophrenie) auslebten. Irrwitzige Gedankenkonstrukte und wahnsinnige Phantasie-Auswüchse, die auf die Erreichung einer totalen Macht hinzielen, können ggf. auf bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und entsprechenden Persönlichkeitsstörungen basieren (z.B. "Narzisstische Persönlichkeit") oder einfach nur auf Wahrnehmungsfehlern (z.B. "Heile Welt Naivitätsfehler" oder "Überlegenheitsfehler" auch "Überlegenheitsillusion" oder "Lake Wobegon Effect" genannt usw) basieren.

Wahn-Symbiose

Die Ideen und Überzeugungen eines totalitären Systems sollen von allen Bürgern übernommen werden. Kritisches und selbstständiges Denken ist dabei unerwünscht. Idealvorstellung eines totalitären Systems ist die Schaffung eines "neuen Menschen", der einem bestimmten Idealbild entspricht.

Feindbilder

Diesem Idealbild werden zum Zwecke der Polarisierung und des sehr wirkungsvollen Polarisierungs-Effektes bestimmte "Feindbilder" gegenüber gestellt. Dies kann ein politisches Feindbild, ein gesellschaftliches Feindbild und / oder ein menschliches Feindbild sein. Dieser Polarisierungs-Effekt dient zugleich der gruppendynamischen Stärkung des sogenannten "Wir-Gefühls". Ziel ist die Aufhebung der sogenannten "ICH-Identität" und ein Wechsel in Hinblick auf eine neue kollektivistische "WIR-Identität", bei der nicht mehr das Individuum, also der einzelne Mensch, sondern die Gemeinschaft zählt, in der sich der Einzelne unterordnen muss.

Vom "Ich" zum "Wir"

Dieser Polarisierungs-Effekt dient zugleich der gruppendynamischen Stärkung des sogenannten "Wir-Gefühls". Ziel ist die Aufhebung der sogenannten "ICH-Identität" und ein Wechsel in Hinblick auf eine neue kollektivistische "WIR-Identität", bei der nicht mehr das Individuum, also der einzelne Mensch, sondern die Gemeinschaft zählt, in der sich der Einzelne unterordnen muss. Die persönliche Freiheit des Menschen wird hingegen eingeschränkt. Daher lautete eine Parole der Nationalsozialisten: "Du bist nichts, dein Volk ist alles". In der sozialistischen DDR hieß es: "Vom Ich zum Wir". Zudem werden manipulative sprachliche Begriffe implementiert und rhetorisch genutzt, die (meinungs-) bildungstechnisch gesellschaftspolitische Werte in einer ganz bestimmten Richtung interpretieren lassen, manchmal sogar völlig gegensätzlich. "Totaler Krieg" (Zitat aus der bekannten Rede Goebbels) wird dann z.B. positiv gewertet. Die Reaktion: Beifall und Begeisterung, obwohl es auf den Untergang zugeht. Viele heutige Begriffe sind bereits ebenso systemisch-strategisch behaftet.

Mundtotmachung & Zensur

Egal in welche totalitären System: Stets geht es darum, Andersdenkende aus allen bürgerlichen Schichten mundtot zu machen und ernsthafte Diskussionen zu umgehen bzw. vorzeitig zu beenden. Allein die Kontaktaufnahme zu einem "Juden" stellte im "Dritten Reich" eine Gefahr für Image, Freiheit, Leib und Leben dar. In der ehemaligen DDR gab es ähnliche Begriffe und Zuordnungen, die ihre Wirkung zeigten. In Deutschland ist das aus psychologischer Sicht gemäß Beobachtung der typischen Merkmale seit 2015 nicht anders.

Erziehung

In totalitären Systemen sollen die Menschen von Kindheit an zu möglichst angepassten Bürgern erzogen werden, die von den gesellschaftlich vorgegebenen Idealen vollständig überzeugt sind und die Regeln des Systems nicht infrage stellen. Dazu wird sogenannte "Propaganda" im Sinne der Herrschenden - und auch unterschwellige Meinungsbeeinflussung betrieben. Besonders gravierend wirkt sich das aus, wenn wesentliche Medien entweder in öffentlich-rechtlicher Hand sind, öffentlich rechtlich kontrolliert werden oder privatwirtschaftliche Medien politisch im Sinne des Systems unterwandert werden. Es reicht aber bereits aus, wenn ein Großteil der Journalisten mit dem System sympathisiert oder dies nicht weiter hinterfragt. 

Kontrolle von Gefühlen

In den Idealvorstellungen eines extrem-totalitären Schreckens-Regimes geht die Kontrolle über die Menschen so weit, dass es nicht nur darum geht, wie sich die Menschen nach außen verhalten - auch ihr Denken und Fühlen soll möglichst in Übereinstimmung mit den Überzeugungen ihres Staates gebracht werden. Besonders perfide wäre es, wenn bestimmte Gefühle (z.B. Liebe oder Hass) geächtet und vielleicht sogar bestraft werden. Ziel und Ergebnis wäre die vollständige Kontrolle der Menschen.

Überwachung

Nicht selten werden die Bürger in totalitären Systemen überwacht und bespitzelt. Kritiker der herrschenden Politik müssen mit Verfolgung und Bestrafung rechnen. In extremen totalitären Systemen werden Menschen, die sich der Regierung nicht anpassen, eingesperrt, gefoltert oder gar getötet. Die Bevölkerung wird häufig dazu angehalten oder gar gezwungen, zum angeblichen Wohl der Allgemeinheit "auffällige" Mitmenschen zu beobachten und zu verraten, damit "Staatsfeinde" bekämpft und ausgeschaltet werden können. Damit werden die Menschen eingeschüchtert. Sie passen sich den medial inszenierten Normen der vermeintlichen Mehrheit an und wirken schließlich mit.

Kriminalisierung & Schonung

Alexander Solschenizyn (1918-2008): "Typisch für ein gegen das eigene Volk gerichtetes System ist es,
Kriminelle zu schonen, aber politische Gegner als Kriminelle zu behandeln. Neben der Verfälschung oder verzerrt bzw. selektiven Darstellung von Kriminalstatistiken, gelten in totalitären Regimen bestimmte Täterkreise, die vom System bevorzugt werden, als politisch geschützt. Polizeiführung und Justiz werden direkt oder indirekt (z.B. über Propaganda und/oder den sozialen bzw. medialen Einfluss) angewiesen oder schlichtweg über den wahrnehmbaren politischen Kurs dazu ermutigt, bestimmte, vom Regime bevorzugte Täterkreise zu schonen, ernsthafte Strafverfolgung entweder auszusetzen oder nur pro forma durchzuführen oder alternativ, zu bestimmten, die Täter schonenden Urteilen, zu kommen. Andersdenkende, Oppositionelle oder Kritiker werden in totalitären Systemen hingegen gerne kriminalisiert oder alternativ verächtlich gemacht. Bestimmte Taten werden von totalitären Regimen medial verschwiegen oder aber rhetorisch verzerrt mitgeteilt, während andere hingegen medial aufgebauscht und skandalisiert werden.

Wahrnehmung & Wirkung

Ein totalitäres System wirkt zu Beginn bzw. bei seiner Entstehung und Einführung aus der Perspektive der Bürger und ihres Zeitgeistes niemals wirklich "böse", sondern sogar "gut" bzw. positiv. Es ist zwar letztendlich "böse", tritt aber immer unter dem Deckmantel oder sogar Decknamen des vermeintlich "Guten", des "Heilbringers" oder des "Entwicklers" oder "Retters" auf.

Entstehung

Eine intensive Beschäftigung mit den Fächern Geschichte, Psychologie (z.B. Wahrnehmungspsychologie und Sozialpsychologie) und Soziologie hilft ebenso wie gute Kenntnisse in Sachen Kommunikationspsychologie und Rhetorik, die Entstehung totalitärer Systeme zu erkennen. Dennoch ist es - allein aufgrund des "Sozialen Einflusses" nahezu unmöglich, sich einem totalitärem System im Inneren zu entziehen, sofern dies nicht rechtzeitig durchschaut und bekämpft wird.

 

Um ein eventuelles Durchschauen und eine rechtzeitige Bekämpfung zu vermeiden, arbeiten totalitäre Individuen oder Gruppierungen mit dem sogenannten Krisen-Effekt. Das heißt, dass sie bestrebt sind, eine Krise herbeizuführen, weil dies die Menschen zusammenhält und den Bürgern aufgrund der Krise kaum noch Ressourcen (Mittel, Zeit und Muße ) zum Denken, Hinterfragen und Bekämpfen bleiben. Ein jeder wird dann nämlich bestrebt sein, "sein Schäfchen ins Trockene zu bekommen", womit sich der "Wolf im Schafspelz" letztendlich vollends etablieren kann.

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