Wissen: Desinformation & kommunikative Irreführung

Desinformation

Desinformation bezeichnet die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, wobei die Motivation der Desinformation in der bewussten Beeinflussung der öffentlichen Meinung zur Erreichung eines bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Zieles liegt. Desinformation kann direkt über Lügen zum Zwecke des Selbstschutzes oder des Betrug erfolgen oder indirekt dadurch, dass objektive überprüfbare Fakten unterdrückt, verschwiegen oder verzerrt werden, in einen anderen Kontext gesetzt werden oder eine gezielte Ablenkung von der Wahrheit und den eigentlich relevanten vorliegenden Fakten erfolgt. 

Irreführung

Ziel der Irreführung ist die Erreichung einer ganz bestimmten bzw. falschen Wahrnehmung und einer daraus resultierenden gewünschten falschen Urteilsfindung, was man auch als bewusste Irreführung bezeichnen kann, zumindest wenn der Urheber, Verbreiter oder Unterdrücker bestimmter Informationen kennt und weiß, was er tut. Obgleich zumeist betrügerische Absichten als Motiv vorhanden sind, lässt sich kommunikative Irreführung nur   
selten bis gar nicht als Betrug beweisen bzw. ahnden. Zumeist geschieht eine solche Irreführung sehr subtil.
Bereits ein Weglassen von Einzelinformationen oder Zusammenhängen stellt im besagten Kontext eine kommunikative bzw. zumeist politisch motivierte mediale Manipulation dar. Bereits eine bestimmte Überschrift über einem Artikel kann bzw. soll den Rezipienten in die Irre führen. Genutzt wird dies ganz gezielt unter anderem im Viralmarketing und in der Berichterstattung der politisch motivierten deutschen System-Medien.

Unseriöse Diskussions- / Desinformationstaktiken

Ob bei einem Streit im persönlichen Umfeld, bei einer Debatte über politische Themen oder zur Verhinderung der Aufklärung von Verbrechen in totalitären Regimen. Wenn eine Lüge mehr Vorteile bringt als die Wahrheit oder wenn die Wahrheit zu einer Gefahr für eine Person oder Gruppe wird, greifen unseriöse Kommunikatoren zu illegitimen Diskussions- bzw. Desinformationstaktiken, die man kennen sollte, um sich zu schützen - oder um von vorne herein zu wissen, mit wem und mit welchen Techniken der Desinformation, Irreführung und Wahrheitsunterdrückung man es zu tun hat. Zusammenfassend kann man sagen, dass derartige Taktiken insbesondere von Personen und Gruppierungen genutzt werden, welche die Fakten zwar nicht auf ihrer Seite haben, aber dennoch eine Lüge - sei sie auch noch so abstrus -  aufrechterhalten wollen. Es geht deshalb deshalb darum, Fakten zu unterdrücken, falsche Fakten zu erfinden und eine echte Diskussion über die Fakten zu vermeiden. Nachfolgend die beliebtesten Techniken der Desinformation und Irreführung, die immer wieder zum Einsatz kommen:

Beispiele:

“Wie kannst du es wagen “- Manöver
Diskussion der Tatsachen möglichst vermeiden und stattdessen den Gegner in die Defensive drängen. Beispiel: Empört reagieren und darauf beharren, dass der Gegner eine angesehene Gruppe oder Person angreift. 

 

Beweise = Lediglich "Gerüchte"
Den Gegner als Verbreiter von Gerüchten denunzieren, ganz egal welche Beweise er liefert. Falls der Gegner zum Beispiel Internetquellen angibt, wird genau dies gegen ihn benutzt. Darauf beharren, dass einzig und allein die vom Mainstream anerkannte System-Presse sowie die Forschung und Geschichtsschreibung des Establishments glaubwürdig seien, unabhängig davon, dass nur wenige Superkonzerne den Medien-Markt unter sich aufteilen und die meisten Historiker “dessen Lied singen wessen Brot sie essen”.

 

Strohmann-Argument

Einen Nebenaspekt eines Argumentes herausgreifen und es übertreiben oder verzerren und dann diese verzerrte Position nachfolgend attackieren. es geht darum, den Gegner absichtlich fehl zu interpretieren und ihm dann diese Fehlinterpretation selbst zu unterstellen, die sich dann leicht attackieren lässt. Die These des Gegenüber wird überhöht, verkürzt, sonst wie verzerrt oder gar falsch wiedergegeben und dann, anstelle gegen den eigentlichen Standpunkt, nun gegen diesen "Strohmann" argumentiert. 

 

Bei einem Strohmann-Argument (auch: Strohmann-Trugschluss oder Pappkameraden-Argument) werden Positionen des Gegners attackiert, die dieser tatsächlich gar nicht vertritt. Anstatt auf die tatsächlichen Argumente des Gegners einzugehen, wird gegen einen fiktiven Gegner – den „Strohmann“ – argumentiert. Es wird dann behauptet, die Widerlegung der Strohmann-Position wäre eine Widerlegung der tatsächlichen Position des Diskussionsgegners.

 

Das Strohmann-Argument (Lehnwort aus dem Englischen: straw-man fallacy; auch: Strohmann-Trugschluss, Pappkameraden-Argument) ist  eine rhetorische Technik, bei der die tatsächliche Auseinandersetzung mit der Gegenposition nur fingiert wird. In Wahrheit aber wird gegen einen "Strohmann" argumentiert, einem fiktionalen und wehrlosen Gegner also, dem eine verkürzte, überhöhte oder falsche Version der gegnerischen Argumentation in den Mund gelegt wird. 

 

Für gewöhnlich wird daraufhin beansprucht, die Widerlegung der Strohmann-Position stelle eine Widerlegung der tatsächlichen Position des Diskussionsgegners dar. Da der Strohmann im Gegensatz zu einem realen Streitgegner nicht auf Einwände eingehen kann oder sie gar zurückweisen kann, handelt es sich hierbei um einen Sophismus. Eigentlich ist das Strohmann-Argument ein vorsätzlicher Argumentationsfehler, bei dem unrechtmäßig eine nie getroffene Aussage unterstellt wird. Es stellt eine Spezialform des Fehlschluss der falschen Prämisse dar. Nach der Widerlegung des Strohmanns wird fälschlicherweise behauptet, dass nun die eigentlich intendierte These widerlegt sei. Beispiel: A: Sonnige Tage sind toll. B: Es wäre furchtbar, wenn alle Tage sonnig wären und es nie mehr regnen würde. Wir würden hungern + sterben. (B unterstellt A implizit eine Allaussage, die A nicht getätigt hat.)

 

Persönlicher Angriff  /  Quellenargument  - argumentum ad hominem

Mit einem Argumentum ad hominem werden die Behauptungen des Gegners mit einer Infragestellung des Gegners (selbst) oder seiner Quelle entkräftet. Eine Aussage wird aufgrund eines behaupteten Mangels des Sprechers abgelehnt. Die Diskussion verlagert sich von der Sache selbst auf die Person, welche die Sache darlegt oder eben (Quellenargument) auf die (z.B. angeblich falsche) Quelle seines Argumentes. Wie auch immer: Ob man nun die Person angreift oder seine Bezugsquelle hinterfragt: Es wird direkt gegen die Quelle argumentiert.

Derartige Argumente werden für oder gegen die Glaubwürdigkeit einer Quelle gerichtet, 

nicht gegen eine Sache: "Wunderheilungen in Lourdes sind tatsächlich geschehen, weil der Papst es so verkündet." Für eine schlüssige Argumentation müsste noch hinzugefügt werden: "Alle Sätze, die der Papst verkündet, sind wahr." (Man sieht hier, wie die Beurteilung einer Argumentation von den Umständen, weniger von formaler Logik abhängt.) Eine gegen einen Menschen (ad hominem) gerichtete Argumentation ist grundsätzlich nicht beweiskräftig. Sie versucht in der Regel, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der These des Angegriffenen zu umgehen. Allerdings können auch in jemandes Persönlichkeit berechtigte Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit (und evtl. der seiner Thesen) begründet liegen.

 

Persönlicher Angriff - argumentum ad personam

Als argumentum ad personam bezeichnet der Philosoph Arthur Schopenhauer in seinem Werk zur eristischen Dialektik ein Scheinargument, das sich wie beim argumentum ad hominem auf die Person des Gegners richtet, dabei jedoch keinen Bezug mehr zum eigentlichen Streitthema enthält und ausschließlich sachlich irrelevante persönliche Eigenschaften angreift. Es benötigt im Gegensatz zum argumentum ad hominem keinen logischen Aufbau und besteht im Extremfall aus einer schlichten Beleidigung. Schopenhauer führt es als letztes Mittel in einem Streitgespräch an: „Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, 

so werde man persönlich, beleidigend, grob.“ Mitunter wird versucht, durch den Hinweis auf für bestimmte Zuhörer negativ besetzte Eigenschaften der Person (Geschlecht, Profession, politische Orientierung etc.) Vorbehalte gegenüber der Meinung des Betreffenden zu erzeugen. Da die Wahrheit einer Aussage jedoch nur von der Wahrheit der Prämissen abhängt, kann die Validität einer Aussage unabhängig von der Person getroffen werden. 

Ein weiteres Argument, das sich gegen die Person des Argumentationsgegners richtet, ist das Tu-quoque-Argument, mit welchem versucht wird, das eigene Verhalten mit einem ähnlichen Verhalten des Gegners zu rechtfertigen.

 

Tu-quoque-Argument  (Du auch)

Dieses Argument ist gut geeignet zur Abwehr moralischer Angriffe. Man wirft dem Gegner, der einem eine Tat vorhält, vor, genau dasselbe getan zu haben. Als Tu-quoque-Argument (lateinisch tu quoque ‚auch du‘) wird der argumentative Versuch bezeichnet, eine gegnerische Position oder These durch einen Vergleich mit dem Verhalten des Gegners zurückzuweisen. Es kann als Variante des Argumentum ad hominem verstanden werden und kommt insbesondere gegen moralische Bewertungen oder Vorschriften zum Einsatz. Man wirft als Argument dem Gegner vor, dass er genau gleich handle wie man selber. Beispiel 1:  "Wie können die Amerikaner den Deutschen die Judenvernichtung vorwerfen, wo sie doch selber die Indianer ausgerottet haben?" (Problem: Aus dem Fehlen der moralischen Berechtigung zu einem Vorwurf folgt nicht dessen Falschheit.) 

 

Mit inakzeptablen Gruppen assoziieren
Den Gegner mit inakzeptablen Gruppen assoziieren oder in Verbindung bringen, die auf breite Antipathie oder auf Unverständnis stoßen: Spinner, Terroristen, Rechtsradikale, Rassisten, Antisemiten, paranoide Verschwörungstheoretiker, religiöse Fanatiker usw. Damit lenkt man man der eigentlichen Diskussion und von den eigentlichen Tatsachen ab.

 

Nazi-Vergleich

Der Nazi-Vergleich lehnt eine Position mit dem Hinweis ab, dass sie von ethisch fragwürdigen Personen (insbesondere Hitler) geteilt wurde. Siehe auch: Reductio ad Hitlerum, Goebbels-Vergleich und Godwins Gesetz

Beispiel: „Jeder Todkranke, der sterben will, ist nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Jeder, der anderweitiges behauptet und damit Selbstmord oder sogenannte aktive Sterbehilfe unterstützt, hätte von Hitler Beifall bekommen.“

 

Reductio ad Hitlerum

Als reductio ad Hitlerum (lateinisch „Rückführung auf Hitler“) wird ein vermeidbarer, jedoch rhetorisch oft eingesetzter Fehlschluss bezeichnet: Eine Ansicht soll dadurch widerlegt werden, dass diese von einer moralisch unhaltbaren Person, insbesondere von Adolf Hitler geteilt wird. Der zugrunde liegende Fehlschluss ist ein Spezialfall des non sequitur (lat. „es folgt nicht“). Im Englischen wird er auch als guilt by association (Schuld durch Zugehörigkeit) oder allgemeiner als association fallacy (Assoziationsfehlschluss) bezeichnet. Die Herleitung geschieht wie folgt: Adolf Hitler ist schlecht. Adolf Hitler vertrat die Ansicht X. Daher:Ansicht X ist schlecht.

 

Beispiel: Jemand setzt sich für den Tierschutz ein. Ein anderer lehnt dies mit der alleinigen Begründung ab, dass auch Adolf Hitler sich für den Tierschutz eingesetzt habe. An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine von den meisten Menschen als negativ empfundene Person durchaus Ansichten vertreten kann, die überwiegend als positiv empfunden werden. Der zugrunde liegende Fehlschluss wird umso deutlicher, je größer die Diskrepanz zwischen diesen beiden Faktoren ist. Die reductio ad Hitlerum ist daher am effektivsten, wenn die abzulehnende Ansicht möglichst negativ besetzt ist, etwa aufgrund fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz.

Beispiel: „Stets wirken Sie als Fürsprecher für die Muslime in unserem Land. Sie scheinen eine besondere Affinität zu Muslimen zu haben. Bereits Hitler hatte diese Affinität und lobte die Muslime. Die Nazis suchten den Pakt mit dem Islam und rekrutierten Tausende Muslime. Das tun Sie auch!“ Beispiel 2: „Man hat den Eindruck, dass sie sich mehr für den Islam als für Christen interessieren. Das ist interessant. Denn auch Hitler konnte das Christentum nicht ausstehen. Dem Islam konnte er hingegen etwas abgewinnen.“ 

 

Motive in Frage stellen
Die Motive des Gegners in Frage stellen, jeden Fakt  verdrehen oder übertreiben, um den Gegner in den Augen anderer so aussehen zu lassen, als handle er durch eine persönlichen Agenda oder andere Vorurteilen motiviert.

 

Unterstellung schlechter Motive

Eine bequeme Möglichkeit der Widerlegung einer unerwünschten Meinung besteht darin, dem diese Meinung Vertretenden unlautere Motive zu unterstellen. Ein kritisierter Politiker wehrt sich mit dem Verweis auf das Motiv des Kritikers, das bloß darin bestehe, das Ansehen von ihm, einem bewährten Politiker, zu beschädigen.

 

Die allgemeine Einsicht als Argument - argumentum e consensu (gentium)

Das argumentum e consensu bzw. Argumentum consensu gentium zielt gerade bei ethischen Debatten darauf, dass die Zuhörerschaft Ansichten, Maximen oder Prinzipien übernehmen soll, da sie angeblich von allen Menschen oder zumindest einer Vielzahl, die sich darin nicht gegenseitig beeinflusst haben soll, geteilt werden. Die Behauptung soll aufgewertet werden, da sie anscheinend von Natur aus von allen Menschen geteilt wird oder weil sie Ergebnis einer Schlussfolgerung darstellt, die jede hinreichend entwickelte Gesellschaft angestellt und für gültig befunden hat. Beispiel: „Jeder (Schuljunge) weiß doch, dass jede Verbrennung Flammen erzeugt.“ (Welches ebenfalls ein „argumentum ad populum“ darstellt.) Mittels dieser typischen Einleitung versucht der Argumentierende kritisches Nachfragen seiner Position zu verhindern, indem er Angst und Scham vor der eigenen Unwissenheit erzeugt.

 

Dummstell-Technik
Sich blöd stellen. Egal, welche Beweise und logische Argumente durch den Gegner vorgelegt werden, vermeidet man grundsätzlich jede Diskussion mit der Begründung, dass die Argumentation des Gegners keinen Sinn ergibt oder dass die rein "subjektive Sichtweise" des Gegners keine Beweise oder Logik enthält.

 

Argument aus Nichtwissen - argumentum ad ignorantiam

Das Argumentum ad ignorantiam - das Argument der Ignoranz - ist ein logischer Fehlschluss und nutzt Nichtwissen als Beweis. Der Fehlschluss, dass das Fehlen oder die Unkenntnis von Tatsachen, die eine Aussage unterstützen, die Aussage widerlegen bzw. der Fehlschluss, dass eine Aussage wahr ist, weil ihre Unwahrheit nicht bewiesen ist (oder vice versa), ist oft mit dem Glauben verbunden, dass die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses immer umgekehrt proportional zu der Anzahl der Möglichkeiten ist. Im Falle des Fehlens von Tatsachen:  Es ist umso schwieriger, etwas nachzuweisen, je seltener es vorkommt (z.B. Quastenflosser), je schwieriger deren Untersuchung ist (z.B. extraterrestrische Planeten, Tiefsee) und wenn deren Existenz geheim gehalten werden soll (z.B. militärische Forschungslabore). Noch problematischer sieht es bei der Nicht-Existenz von etwas aus: Zum Nachweis, insbesondere zur Falsifizierung strittiger, grundsätzlicher Aussagen müsste man das gesamte Universum absuchen.

 

Rollentausch in der Beweispflicht

Man beginnt den Versuch, dass man nicht mehr selbst seine eigene These belegen muss, sondern vom Gegenüber verlangt, dass er sie widerlegt. Das Argument der Ignoranz versucht, die Thesen zu stützen, da sie nicht widerlegbar sind. Beispiel 1a: „Niemand hat gezeigt, dass es keinen Gott gibt; also muss Gott existieren.“, Beispiel 1b: „Niemand hat je ein UFO gesehen, also gibt es keine UFOs.“ Beispiel 2: „Keiner konnte bis jetzt beweisen, dass Feen und Elfen nicht existieren. Dies spricht für ihre Existenz!“

 

Großvater-Technik
Die Position des Gegners als "alter Hut" abstempeln, der angeblich bereits schon tausendmal durchgekaut wurde - und daher nicht der Diskussion wert sei.

 

Innovationsargument - argumentum ad novitatem

Mit dem argumentum ad novitatem wird der Glaube genutzt, dass einer neueren Ansicht oder Innovation automatisch ein höherer Wahrheitsgehalt zukommt. In der wissenschaftlichen Praxis ist es jedoch meistens der Fall, dass aufgrund der Entwicklung des Fachgebietes Zugriff auf neuere Literatur zur Wahrheitsfindung erforderlich ist. Dennoch gibt es auch in der Wissenschaft immer wieder Nichtbestätigungen oder Widerlegungen vorher geäußerter Ansichten. Beispiel 1: „Die neu entdeckte XYZ-Diät reduziert das Gewicht ohne Hungern. 

Sie ist besser als vorherige Diäten, weil sie neu ist.“ Beispiel 2a (richtig): „Wie man aus den modernen Neurowissenschaften mittlerweile weiß, basieren über 90 Prozent unserer Entscheidungen auf unbewussten Prozessen und Emotionen - und nicht auf bewussten analytischen Prozessen“ , Beispiel 2b (falsch):

„Wir Sie wissen, bestätigen neueste Untersuchungen, dass der Mensch eben nicht vom Affen abstammt, sondern von der Ratte“ 

 

Komplexität
Erklären, das Thema sei zu komplex, um jemals die Wahrheit herausfinden zu können.

 

Alice-im-Wunderland-Logik
Nur Tatsachen suchen und vorbringen, welche die von Beginn an festgelegte Position unterstützen und alle Tatsachen ignorieren, die ihr widersprechen.

 

Status des Gegners herabwürdigen

Die gesellschaftliche Position des Gegners mit Glaubwürdigkeit gleichsetzen. Das Motto: "Wer bist du schon, dass du dieser wichtigen Person oder Gruppierung das Wasser reichen kannst. Entstehen soll folgendes Bild: "Eigentlich eine Frechheit, dass ein solches "Würstchen" einer so herausragenden Persönlichkeit / Gruppe was auch immer unterstellt.”

 

Autoritätsverweis oder Referenzargument - Argumentum ad verecundiam

Obgleich natürlich auch vermeintliche Experten irren können oder aus politischen Gründen falsches Zeugnis abliefern, hat die psychologische Wirkung des Einflusses von Autoritäten (oder nur vermeintlicher Autoritäten), die in der Sozialpsychologie hinreichend bekannt ist, eine enorme Wirkung und einen starken Einfluss auf unsere Urteile und unser Verhalten. Das Argumentum ad verecundiam will unter Berufung auf eine Autorität überzeugen. Beispiel: „Hans H., der bekannte konservative Journalist, meint zu Recht, dass eine Reform der  Groß- und Kleinschreibung letztlich den Analphabetismus fördere.“ Beispiel 2: „Prof. Dr. Fischer schreibt in seinem Buch, dass Fernsehen Gewalttätigkeit auslöst.“ Manche Sachverhalte erscheinen jedoch so klar, dass man zu ihrer Feststellung keine Autoritäten benötigt. Dies ist ein Sonderfall: Wenn sogar beliebige Nicht-Fachleute einen bestimmten Sachverhalt erkennen, dann sei dieser wohl offensichtlich. Es wird dann also nicht mit Fachleuten argumentiert, sondern mit „Menschen wie du und ich“. Beispiel:  „Die alte Bäuerin in unserem Dorf meint: 

Früher hatten wir auch kein ..., und wir haben trotzdem ...“

 
Komplette Auflösung verlangen

Verlangen, dass der Gegner den Fall komplett auflöst. Unmögliche Beweise verlangen.
Jede Unklarheit beim Gegner wird bei Dritten (z.B. Zuschauern) automatisch als argumentative Bankrotterklärung gewertet.

 

Zur emotionalen Reaktionen provozieren
Den Gegner so lange provozieren bis er emotionale Reaktionen zeigt. Daraufhin kann man den Gegner für seine “harsche” bzw. "unsachliche" Reaktion kritisieren, ebenfalls dafür, dass er "offensichtlich" keine Kritik verträgt.

 

Verschwörungen als Unsinn abtun
Verschwörungen als unmöglich durchführbar erklären, da theoretisch viel zu viele Menschen daran beteiligt sein müssten und die Sache ausplaudern könnten. Dazu den Fakt ignorieren, dass bei einer großen illegalen Operation die einzelnen ausführenden Abteilungen voneinander abgeschottet sind und nur soviel wissen, wie sie für die Ausführung ihres Teils der Operation benötigen. Ebenso den Fakt ignorieren, das eine strenge Hierarchie besteht, jeder nur seinen Befehlen folgt und keine unbequemen Fragen stellen darf.

 

Stehauf-Männchen-Methode
Wenn der Gegner sich nicht kleinkriegen lässt, wird einfach solange weitergemacht bis der Gegner ermüdet und sich aus Frustration zurückzieht.

 

Wiederholung - argumentum ad nauseam (bis zur Übelkeit)

Die Person, die angegriffen wird, argumentiert so lange dagegen, bis der andere das Thema wechseln will, weil es ihm mittlerweile lästig wird. Mit dem argumentum ad nauseam (lat. ,zur Übelkeit, Brechreiz‘) wird ein Fehlschluss bezeichnet, nach dem eine Aussage durch ständiges Wiederholen scheinbar richtiger wird. Die Technik basiert auf „Priming“, was zu einem Fehlschluss im Gehirn führt. Abgesehen davon, dass man den anderen Diskutanten zum Aufgeben bewegt oder, trickreicher, so tut, als hätte man die Einwände durch Abwandlung der Wiederholung widerlegt, verlässt man damit den Rahmen rationaler Diskussion, da es nur noch auf das Beharren der eigenen Meinung ankommt.

 

Von Kleinigkeiten aufs Große schließen
Nach flüchtigen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern oder verbalen Ausdrucksfehlern suchen, um den Gegenüber als doof zu klassifizieren und damit zugleich vom Inhalt seiner Rede abzulenken.

 

Mehrheitsmeinung suggerieren
So tun, als wäre man in der Mehrzahl, um den brachialen Effekt des sozialen Einflusses zu nutzen. Allein die Behauptung, man sei angeblich in der Mehrheit reicht. Alternativ kann man eine Mehrheit fingieren z.B. durch Klatscher im Publikum einer Talkshow oder indem man beim Bloggen mit einer 2. oder 3. Person auftaucht, so dass der Gegner den Eindruck gewinnen muss, er stehe alleine mit seiner Meinung. 

 

Unmögliches erklären lassen
Dem Gegner zum Schein minimal entgegenkommen und ihn im großzügigen Gegenzug dazu auffordern, etwas schier Unmögliches zu erklären oder aufzukären. Beispiel: “Erkläre und Beweise mir nur die Wirkungsweise von Homöopathie. Dann finden wir bestimmt eine Einigung!” 

 

Verwässerung
Verwässerung des Themas durch Anschneiden anderer oder neuer Themen. Einer Diskussion einen neuen Anstrich geben, so dass sich Dritte zuletzt mit einem völlig anderen Thema konfrontiert sehen.

 

argumentum a posteriori

Logisch sauberer oder auch unsauberer Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere. Beispiel: „Seit 6000 Jahren ist Krieg eine der immer wiederkehrenden Strategien zur Sicherstellung knapper Ressourcen. Auch heute beobachten wir knapper werdende Ressourcen. Es wird folglich wieder Krieg geben.“ 

 

Induktionsschluss

Induktive Argumente stützen sich auf empirische Beobachtungen und Erfahrungen. Dabei wird von Einzelfällen auf das Allgemeine geschlossen. Es ist zwar rational, die Konklusion für wahr zu halten, wenn alle Prämissen wahr sind, die Konklusion folgt jedoch nicht logisch zwingend, sondern ist nur in gewissem Grade wahrscheinlich.

Beispiel: "Erst vor Kurzem ist einem Mann in München eine E-Zigarette explodiert. E-Zigaretten sind also gefährlich." 

 

Scheinkausalität
Zwei Ereignisse fungieren als Prämissen, aus deren Gleichzeitigkeit (Cum hoc ergo propter hoc: gleichzeitig, also deswegen) bzw. zeitlichen Abfolge (Post hoc ergo propter hoc: danach, also deswegen) ein unbewiesener Kausalzusammenhang konkludiert wird. Beispiel: „Eisverkäufe korrelieren stark mit Verbrechensraten. Daher verursacht Speiseeis Verbrechen.“ Natürlich ist dieses Argument fehlerhaft, weil es die tatsächliche Erklärung außer Acht lässt, dass es eben die hohen Temperaturen sind, die sowohl die Verbrechensraten als auch die Speiseeisverkäufe unabhängig voneinander erhöhen. Das müsste vom Gegner und insbesondere von Dritten (Zuschauer / Zuhörer) aber erst einmal erkannt werden. Die Scheinkausalität reicht aber. Es geht um einen Fehlschluss im Ursache-Wirkungs-Verhältnis, auch temporär: Beispiel: A nimmt zurzeit (t1) ein Medikament ein.

A fühlt sich zurzeit (t2) deutlich besser. A fühlt sich wegen der Einnahme des Medikaments besser. Dass der Zusammenhang falsch ist, fällt nicht oder nur sehr wenigen auf. Hier könnte zum Beispiel der Grund dafür, dass A sich besser fühlt, sein, dass B ihn aufgemuntert hat.

 

Mitleidargument  - argumentum ad misericordiam

Das Argument wird benutzt um Mitleid zu bezeugen. Mit Hilfe des argumentum ad misericordiam wird Mitleid genutzt, um eine rationale Evaluation der Behauptung oder weiteres Nachhaken durch Angst vor Zuschreibung ethisch-moralischer Verwerflichkeit zu unterbinden. Beispiel: „Der Junge der geklaut hat sagt, dass seine Mutter kein Geld habe, um Nahrungsmittel zu kaufen.“ Sogar stereotype Floskeln bzw. Begriffe reichen aus, die dem Rezipienten ein ganz bestimmtes Moralgefühl vermittelt. Beispiel: ("Flüchtling", "Geflüchteter"). Wer die Moral für sich in Anspruch nimmt, der unterdrückt weiteres Nachfragen und Nachdenken und siegt. Das Mitleidsargument ist eine andere spezielle Variante des Quellenarguments.  Es beruht darauf, dass Mitleid (misericordia) oder Mitgefühl Vertrauen erweckt. Wer wird es wagen, die Ansichten von jemandem, der vermeintlich Schreckliches durchmachen musste, kritisch zu analysieren? 

 

Gesellschaftliche Argumentation - Popularitätsargument - argumentum ad populum

Das Argumentum ad populum ist ein Versuch, durch den Verweis auf die wirkliche oder behauptete allgemeine Meinung zu überzeugen. Es schließt aus der Anzahl der Anhänger einer Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt. 

Beispiel 1a: „Die meisten Deutschen lehnen Gentechnik ab, also kann das nicht gut und richtig sein.“ Beispiel 1b:

„Die Amerikaner haben seit Jahren Gentechnik, also regt euch nicht auf.“ Beispiel 2a: "Wenn man sieht, wer alles Homöopathie nutzt, dann muss man sich schon fragen: Können so viele Menschen irren?“ Beispiel 2b:

!Viele Menschen witzeln über die homöopathische Methode, also muss ich das auch nicht ernst nehmen." Beim „Argumentum ad populum“, wird behauptet, etwas entspreche der Wahrheit oder sei zumindest wahrscheinlicher, weil es der Meinung einer relevanten Mehrheit entspricht. Eine oberflächliche Verballhornung dieser Argumentationsfigur wäre: „Milliarden Fliegen können nicht irren. Fresst Scheiße!“ Ein weiteres krasses Beispiel: 

„Im Mittelalter glaubten praktisch 100 Prozent der Leute daran, dass die Sonne und die Planeten um die Erde kreisen und die Erde unbeweglich im Raum hängt. Also kann das nicht ganz falsch gewesen sein.“ Ein besonders schwerer Fall von Argumenten ad populum sind sogenannte Totschlagargumente.

 

Totschlagargumente & Killerphrasen

Als Totschlagargumente und Killerphrasen werden Argumente bezeichnet, die inhaltslose Aussagen sind, von denen der Disputant annimmt, dass die meisten Diskussionsteilnehmer mit ihnen in der Bewertung übereinstimmen und die vor allem der Ablehnung oder Herabsetzung des Gegenübers dienen. Beispiel: „Das haben wir noch nie so gemacht.“ Totschlagargumente sind inhaltlich nahezu leere Argumente, also Scheinargumente, bloße Behauptungen oder Vorurteile, von denen der Disputant annimmt, dass die Mehrheit entweder mit seiner Bewertung übereinstimmt oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der öffentlichen Meinung auf Ablehnung stößt. Das „Totschlagargument“ ist eine bestimmte Form der Killerphrase,  die einen argumentativen Anschein hat.

Der  Begriff Killerphrase (killer phrase) wird umgangssprachlich oft synonym für „Totschlagargument“ benutzt. Im Gegensatz zum Totschlagargument fehlt der Killerphrase aber der argumentative Schein, der damit unmittelbar die Absicht ausdrückt, ein Gespräch, eine Diskussion oder einen kreativen Prozess beenden zu wollen. Ob Totschlagargument oder Killerphrase: Beide Arten von Phrasen haben das gleiche kommunikative Ziel: Sie sollen Widerspruch verhindern („totschlagen“) oder der Ablehnung oder der Herabsetzung der Gesprächspartner dienen. 

Killerphrasen und Totschlagargumente werden z. B. eingesetzt, wenn Zweifel bestehen, den Diskussionspartner überzeugen zu können oder wenn der eigene Standpunkt kurzfristig durchgesetzt oder die eigenen Interessen gewahrt werden sollen. Mit solchen Phrasen wird ein kreativer Prozess verhindert. Die fehlende Überzeugungsabsicht unterscheidet das Totschlagargument von einem Argument

 

Hypothetisches Argument

Dieses Argument konkludiert angenommene Prämissen mit tatsächlichen. Die Konklusion ergibt kein (notwendig) wahres Urteil, da hierzu die Wahrheit der Prämissen erwiesen sein muss. Beispiel: „Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten aus ihrem Land fliehen und in eine ungewisse Zukunft in ein anderes Land reisen, ohne die Sprache dieses Landes zu kennen. Sie würden doch sicher auch…“

 

Slippery slope– Prinzip / Dammbruchargument

„Wehret den Anfängen!“ ist eine prägnante Kurzfassung  dieses Prinzips: Man argumentiert für eine These über einen strittigen Fall, indem man auf einen anderen, nach allgemeiner Meinung unstrittigen, schrecklichen hinweist, und behauptet, dass der strittige Fall lediglich eine Vorstufe des schrecklichen Falls sei, sozusagen: Die Spitze des Eisbergs. Beispiel: "Wer Tiere tötet und isst, schreckt auch nicht davor zurück, Menschen zu töten." 

 

Missbrauchsargument

Ein prototypisches Missbrauchsargument ist, dass Messer nicht an sich böse sind, sondern von Menschen für Böses benutzt werden können, am Missbrauch also nicht schuld sind. Das Missbrauchsargument wird gern gebraucht, um Missstände oder Fehlentwicklungen zu entschuldigen. Dieses Argument lenkt zudem oft von der Frage ab, was die tatsächlichen Gründe für etwas waren. Beispiel 1: „Man kann nicht den ganzen Islam verurteilen, nur weil eine Person oder Organisation (IS) negativ auffällt“ Beispiel 2: „Die Opposition will den Tod von Susanne für ihre Zwecke instrumentalisieren“

 

Anekdotische Evidenz

Sie anekdotische Evidenz (anekdotische Aussage, anekdotischer Beweis, Fallbericht) ist ein informeller Bericht über Evidenz in Form eines Einzelberichts oder vom Hörensagen. Er stellt einen Gegensatz zur empirischen Evidenz dar (z. B. klinischen Studien, Laborstudien, Feldstudien) und wird zum Analogieschluss verwendet. Anekdotische Evidenz hat eine schwache argumentative Aussagekraft, kann aber viral wirken. 

Ein weiterer Vorteil:  Derartige Aussagen sind weder statistisch, noch auf andere Weise wissenschaftlich nachprüfbar. Dennoch besteht eine suggestive Wirkung. Die Argumentation mit anekdotischer Evidenz ist zurückzuführen auf den philosophischen Begriff der Induktion, bei der von der Beobachtung auf Gesetzmäßigkeiten geschlossen wird. In der Medizin hat die anekdotische Evidenz große Bedeutung. Fälle der Wunderheilung sollen klinische oder wirtschaftliche Studien widerlegen und auf eine widersprüchliche Konklusion verweisen. Anekdotische Aussagen über ähnliche Krankheitsbilder und deren Ausgang wirken auf Patienten oft interessanter und anschaulicher als bloße Statistiken. Anekdotische Aussagen können im Alltagsleben sehr überzeugend wirken und werden als der „jemand der“-Fehlschluss bezeichnet. Beispiele für anekdotische Aussagen werden oft mit „ich kenne jemanden, der …“ oder „ich weiß von einem Fall, wo ...“ eingeleitet. Eine psychologische Studie fand heraus, dass Studenten sich bei der Wahl ihrer Kurse mehr auf die Aussagen vereinzelter Studenten verlassen haben als auf eine Statistik, die widerspiegelte, wie eine repräsentative Mehrheit den Kurs bewertet hat. Als Grund hierfür wurde angegeben, dass eine Geschichte viel greifbarer ist und sich daher einfacher einprägt. Anekdotische Evidenz ist nicht immer inkorrekt oder unwahr, sondern baut oft lediglich auf einem falschen Rückschluss auf. 

Beispiel: „Mein Großvater rauchte wie ein Schlot, aber starb vollkommen gesund bei einem Autounfall im Alter von 99 Jahren.“

 

Differenzierung
Das Differenzierungsargument dient als Abwehr eines Beispiels oder Vergleiches. Man zeigt, dass zwei Fälle, die scheinbar gleich gelagert sind, sich tatsächlich stark unterscheiden und man schließt daraus, dass sie nicht gleich zu bewerten sind. Die Strategie dahinter: Zwei Fälle mit ähnlichem Aussehen aber anderen Hintergründen dürfen (angeblich) nicht miteinander verglichen werden. Manchmal ist dies berechtigt:  Zwei dünne Frauen - beide sind nicht automatisch magersüchtig. Die eine ist eventuell krank und die andere ist genetisch bedingt so dünn. „Wir müssen da differenzieren!“ relativiert ein vorausgegangenes Argument und entkräftet es. 

 

Dilemma

Das Dilemma ist ein äußerlich logisch korrekter Schluss, der neben einer These nur noch eine weitere Möglichkeit zulässt und dann zeigt, dass diese nicht in Frage kommt. Daraus folgt logisch zwingend die Wahrheit der These. Diese Argumentation ist (nach Schleichert) beliebt bei Fanatikern aller Art. Das Prinzip: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." Fazit: Man muss zwischen zwei unangenehmen Möglichkeiten wählen. 

 

Falsches Dilemma

Ein falsches Dilemma oder eine falsche Dichotomie ist die Suggestion, es gäbe zu einer Streitfrage genau zwei bestimmte, angeblich zueinander entgegengesetzte Positionen, auch wenn es weitere Möglichkeiten gibt, und die beiden angebotenen zueinander gar nicht in Widerspruch stehen. Es werden so eine Dichotomie und ein Dilemma konstruiert, die tatsächlich gar nicht bestehen. Der Fehlschluss kann absichtlich verwendet werden, um zum Beispiel eine Scheinwahl herbeizuführen. Er kann aber auch durch unabsichtliches Nichterkennen von zusätzlichen Möglichkeiten entstehen. Beispiel: „Ich dachte, wir seien Freunde. Alle meine Freunde waren auf der Party – 

nur du warst nicht da.“ Weitere Beispiele: „Wir machen das entweder richtig, oder wir machen das gar nicht.“,

„Entweder ist die Evolutionstheorie vollständig und in allen Einzelheiten korrekt, oder es muss ein Gott existieren.“ , „Entweder bist du für uns oder gegen uns!“

 

 

 

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